Generationenkonflikt im Trainingsraum

Uhr von Marco Kindermann

Generationenkonflikt im Trainingsraum

Treffen verschiedene Generationen aufeinander, sind Herausforderungen vorprogrammiert. Unterschiedliche Werte, Normen und Glaubenssätze treffen aufeinander, wo miteinander gelernt wird: im Trainingsraum. Wer als Trainer selbst einer anderen Generation angehört als seine Zielgruppe, weiß um die Bandbreite möglicher Effekte. Verständnisprobleme, Missverständnisse oder allzu kontroverse Diskussionen führen im Training zu neuartigen Entwicklungen. Ähnlich anspruchsvoll ist es für den Trainer, verschiedene Teilnehmer-Generationen im Lernprozess zu begleiten. Bewährt hat sich die intensive Auseinandersetzung mit den Eigenheiten verschiedener Generationen. Es lohnen sich Kenntnisse über typisches Verhalten, Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte und Ambitionen. Allzu oft dominieren im Generationenkonflikt Vorurteile, während gegenseitiges Verständnis und Interesse das Miteinander begünstigen. Trainer haben die Möglichkeit, sich mehrdimensional auf Generationenkonflikte im Training vorzubereiten.

Kontinuierlich kritische Selbstreflektion als Chance

Um ein Verständnis für verschiedene Generationen zu entwickeln, hilft in erster Linie die selbstkritische Reflektion der persönlichen Einstellung. Mögliche Leitfragen im Überblick:

Was weiß ich über die fragliche Generation und ihre Menschen?

Welche Vorurteile habe ich?

Auf welchen Erfahrungen basieren meine Vorurteile?

Im weiteren Verlauf der Selbstreflektion stehen positive Aspekte der Generation im Mittelpunkt:

Welche positiven Merkmale verbinde ich mit der fraglichen Generation?

Wo liegen Chancen in der Zusammenarbeit mit Menschen der fraglichen Generation?

Welche positiven Erfahrungen können mir Dritte über die jeweilige Generation berichten bzw. wo liegen Ressourcen für die Erforschung?

Bereits mit der Auseinandersetzung beginnt ein Umdenken und lenkt den Trainer auf neue, reizvolle Verknüpfungen in Bezug auf die jeweilige Generation.

Respekt und Toleranz als Vereinbarung

Im Training mit verschiedenen Generationen empfehlen sich ein klare Vereinbarungen: Aus Problemen werden Chancen, aus abgrenzenden Merkmalen werden gemeinsame Nenner und aus persönlichen Befindlichkeiten werden professionell reflektierte Verhaltensweisen. Der Trainer hat den Auftrag, diese Grundsätze konsequent im Trainingsraum vorzuleben, umzusetzen und einzufordern. Die Konsequenz: Teilnehmer nähern sich an und es entstehen neue Lernkulturen, in denen Generationen miteinander gestalten und wechselwirksam voneinander profitieren.

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